Private Banking bleibt attraktiv für Banken und Finanzdienstleister

Das Ziel des Private Banking könnte im übertragenen Sinne lauten: außergewöhnliche Leistungen im Bankwesen privat, also auf besondere Weise, erbringen. Darunter versteht man alle Finanzdienstleistungen, die ein Bankhaus für ihre reiche, finanzkräftige Klientel zur Verfügung stellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Anlageberatung und der Vermögensverwaltung. Darin enthalten sind maßgeschneiderte Finanzprodukte und ganzheitliche Betreuung in allen finanziellen Angelegenheiten, die Beobachtung der Wertentwicklung der eingesetzten Finanzinstrumente gehört ebenso dazu.

Wer bietet Private Banking an?

Jedes Geldinstitut legt selbst fest, bei welchem Vermögen der Bereich der wohlhabenden Anleger beginnt. Bei kleinen regionalen Banken ist es üblich, Private Banking bereits ab 500.000 Euro anzubieten, während bei internationalen Geschäftsbanken das Vermögen für das Private Banking mehr als 1 Millionen Euro betragen muss. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass in Geldhäusern die exklusive Kundenbetreuung ab 1 Million Euro bzw. Dollar beginnt. Superreiche werden im Wealth Management betreut.

Die Bezeichnung Private Banking tragen ebenfalls die Bankabteilungen, in denen die gut situierte Kundschaft beraten wird. Traditionell sind kleine, familiengeführte Privatbanken sehr stark im Private Banking, aber auch Großbanken legen Wert auf diese Klientel. Selbst Sparkassen und Genossenschaftsbanken wollen mit dieser Art der Kundenbetreuung Geld verdienen. Die größte Konkurrenz für klassische Banken im Geschäft mit vermögenden Privat- und Firmenkunden sind bankenunabhängige Vermögensverwaltungen und Einzel-Vermögensverwalter.

Welche Leistungen werden offeriert?

Die Leistungen in Zahlungsverkehr und Kontoführung weichen nicht wesentlich von den Produkten ab, die Standardkunden angeboten werden. Der entscheidende Unterschied liegt im Service, ein Kunde im Private Banking muss sich nicht am Schalter anstellen. Frische Blumen und Kaffee gehören zum Mindeststandard eines Gesprächs. Die Rundumbetreuung erfolgt durch einen persönlichen Berater, der einige ausgewählte Kunden möglichst langfristig, idealerweise lebenslang, betreuen soll. Vermögensberatung und -verwaltung sind individuell auf die Belange des wohlhabenden Privatiers oder Unternehmers zugeschnitten.

Der Leistungsumfang erstreckt sich von der Bewertung des Immobilienbesitzes über Portfoliooptimierung, Steuerberatung und Finanzierungsempfehlungen bis zum spezifischen Risikomanagement für das Vermögen. Außerdem hat diese Klientel Zugang zu speziellen Anlageformen wie Spezialfonds und Private Equity, die normalen Kunden wegen der hohen Mindesteinlage verschlossen bleiben. Auch laufende Anlage- und Umschichtungsempfehlungen aufgrund aktueller Marktentwicklungen gehören zur exklusiven Betreuung.

Wohin entwickelt sich das Private Banking?

Es wird jedoch schwieriger für Kreditinstitute, mit Private Banking die Erträge zu steigern und zu wachsen. Digitalisierung, Regularien und Rationalisierung machen auch vor diesen auserlesenen Dienstleistungen nicht halt. Berater müssen sich in Zukunft neben hoher fachlicher Qualifikation und sozialer Kompetenz mit digitaler Kommunikation und Online-Offerten auseinandersetzen.

Hinzu kommt, dass vermögende Kunden immer anspruchsvoller und kostensensibler werden. Der Wettbewerb um die lukrative, bessergestellte Kundschaft wird in den nächsten Jahren an Schärfe gewinnen. Finanzinstitute, die persönliche Betreuung intelligent mit digitalem Service verknüpfen, dürften am meisten von der neuen Generation gehobener Mandanten profitieren.